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Umweltminister Franz Untersteller (l.) überreichte die European Energy Awards an Willi Griesser, Leiter des Umweltamtes im Zollernalbkreis, ...

... den Reutlinger Landrat Thomas Reuman...

... und an die Delegation der Stadt Reutlingen. Bildquellen: Umweltministerium Baden-Württemberg / Martin Stollberg sowie Stadt Reutlingen

Drei European Energy Awards für Neckar-Alb

Der Zollernalbkreis sowie der Kreis und die Stadt Reutlingen sind für den effizienten Einsatz von Energie ausgezeichnet worden. Beim European Energy Award geht es dabei nicht nur um das Einsparen von Kosten und den Klimaschutz sondern auch um dei Zukunftsfähigkeit der Kommunen.

Die Palette an Maßnahmen, mit der die Preisträger sich ihre Auszeichnung erarbeiteten, erstreckt sich vom Bezug erneuerbarer Energie und dem Einsatz energiesparender Straßenbeleuchtung über den Bau von Nahwärmenetzen bis hin zur Förderung des Radverkehrs und der E-Mobilität. Wichtig sei, dass das gewählte Konzept auch gelebt werde, sagte Willi Griesser, Leiter des Umweltamtes im Zollernalbkreis. Das etablierte Energiemanagement und ein Energiecontrolling seien dafür Beispiele. Das Thema müsse in den Köpfen ankommen, meinte auch Landrat Thomas Reumann: Im Landkreis Reutlingen habe man mit einem bundesweit beachteten Projekt zur Nutzersensibilisierung eine hohe Akzeptanz erzeugt.

Die Stadt Reutlingen veröffentlichte bereits 1988 einen Umweltbericht zum Thema Luftreinhaltung und Stadtklima. Der Bericht enthielt ein kommunales Handlungskonzept, das in den Folgejahren zur Umsetzung kam. 1992 trat die Stadt Reutlingen dem Klima-Bündnis der europäischen Städte bei. Weitere Klimaschutzmaßnahmen folgten, etwa die Einführung des Energiemanagements für städtische Liegenschaften und die Versorgung sämtlicher Gebäude mit Ökostrom aus Wasserkraft. Bei der Straßenbeleuchtung kommen inzwischen ausschließlich LEDs zum Einsatz. Folgerichtig verabschiedete der Gemeinderat im Januar 2014 einstimmig das Klimaschutzkonzept für Reutlingen. Eine von 63 Maßnahmen ist die Teilnahme am European Energy Award. 2015 startete das Energieteam mit der Arbeit und Ende des Jahres 2017 erhielt die Stadt Reutlingen erstmals die eea Auszeichnung. Anhand des eea-Maßnahmenprogramms formulierte die Verwaltung ihre Energieeffizienz- und Klimaschutzziele für die nächsten Jahre. Schwerpunkte liegen auf der Einführung des neuen Stadtbuskonzeptes, das zwei Millionen zusätzliche Fahrgäste hinzugewinnen soll, auf der Umsetzung des „Masterplans Radverkehr – ebike-city Reutlingen“ und dem weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes von bisher 20 auf 40 Kilometer bis zum Jahr 2020. Darüber hinaus sollen die Grundlagen für die Realisierung einer Regionalstadtbahn geschaffen werden. Alle Klimaschutzmaßnahmen bündelt die Stadt  unter der Dachmarke "KLIK- Klimaschutzkonzeption für Reutlingen“.

Der Landkreis Reutlingen gilt aufgrund seiner langjährigen Gestaltung einer nachhaltigen Regionalentwicklung und mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb als Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Der Klimaschutz spielt dabei eine wichtige Rolle. In den European Energy Award stieg der Landkreis bereits 2012 ein und wurde 2013 als vierter Landkreis in Baden-Württemberg ausgezeichnet. Ende 2017 konnte er sein Ergebnis noch verbessern und befindet sich mit 73 Prozent der erzielbaren Punkte auf Gold-Kurs. Ein Highlight im bisherigen Prozess war der Neubau der Georg-Goldstein-Schule in Bad Urach im Passivhausstandard. Dieser wurde als Modellvorhaben wissenschaftlich begleitet und mit dem Label „Good Practice Energieeffizienz“ ausgezeichnet. Mit der Kampagne zur Mitarbeitersensibilisierung „Gib 8 auf den Klimaschutz“ gewann der Landkreis 2014 eine Auszeichnung beim Bundeswettbewerb Kommunaler Klimaschutz. Ein weiterer Schwerpunkt lag im Bereich Mobilität: Hier entwickelte sich der Landkreis etwa durch die Planungen zur Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, die Fortschreibung des Nahverkehrsplans sowie den Ausbau und die Beschilderung des Radwegenetzes deutlich weiter. Unterstützung in den Bereichen Kommunikation, Kooperation und Beratung kommt von der KlimaschutzAgentur des Landkreises Reutlingen. Ein nächster wichtiger Schritt wird die Verabschiedung der Handlungsstrategie Klimaschutz sein, die für den Landkreis den Klimaschutz-Kompass für die nächsten Jahre darstellen wird.

Der Zollernalbkreis engagiert sich seit 2012 im European Energy Award. Dieser Einsatz in Sachen Energie und Klimaschutz wurde im Jahre 2014 erstmals mit 64 Prozent der möglichen Punkte ausgezeichnet. In den vergangenen drei Jahren verfolgte die Landkreisverwaltung mit der Unterstützung des Kreistags den eea-Prozess kontinuierlich weiter. Das Energieteam, das sich aus allen energie- und klimaschutzrelevanten Bereichen der Landkreisverwaltung zusammensetzt, konnte unter Führung des Ersten Landesbeamten verschiedene Maßnahmen planen, auf den Weg bringen und erfolgreich umsetzen. Der Zollernalbkreis mit seinen 188.000 Einwohnern nimmt als Schwerpunktthema den bedarfsgerechten Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs und den zielorientierten Ausbau von Radwegen und Fördermaßnahmen in den Fokus. Zukunftsprojekte sind insbesondere der Ausbau einer Regionalstadtbahn in Kooperation mit den benachbarten Landkreisen Tübingen und Reutlingen. Neben der Förderung von Handwerk und innovativen Industrieunternehmen unterstützt der Landkreis auch einen klima- und umweltverträglichen Tourismus als weiteren Wirtschaftszweig. Die 2008 gegründete Energieagentur Zollernalb bietet Bürgerinnen und Bürgern eine hochwertige, neutrale Beratung an. Fast alle der 25 Kommunen des Landkreises tragen die Einrichtung zusammen mit dem Hauptgesellschafter Zollernalbkreis. Die Agentur betreibt zudem aktiv Öffentlichkeitsarbeit für den Energie- und Klimaschutz und unterstützt interessierte Städte und Gemeinden in ihrem Engagement in diesem Bereich.

Der European Energy Award ist ein internationales Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, welches die Erfolge einer Kommune bei Energieeffizienz und Klimaschutz mess- und sichtbar macht. Mindestens 50 Prozent Zielerreichungsgrad sind notwendig, um den European Energy Award zu erhalten und damit „Partner mit Auszeichnung“ zu werden. Die Zertifizierung wird durch einen akkreditierten Auditor durchgeführt. Laut Umweltminister Franz Untersteller, der die Auszeichnungen vor kurzem in Ulm übergab, nehmen derzeit Insgesamt 101 Städte und 20 Landkreise in Baden-Württemberg am European Energy Award teil. Für das Jahr 2017 erhielten davon neuen Landkreise, acht Städte und zehn Gemeinden die Zertifikate.

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