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Neckarfront mit Hölderlinturm auf der Postkarte der Standortagentur.

Tübingen feiert Friedrich Hölderlin

Vor 250 Jahren kam der berühmteste Turmbewohner der Stadtgeschichte auf die Welt. Die Universitätsstadt beginnt die Veranstaltungsreihe zum Hölderlin-Jubiläum mit der Wiedereröffnung des markanten Gebäudes in der Neckarfront. Der Einzelhandel ehrt den Dichter mit Zitaten.

Kurze Ausschnitte aus Werken Hölderlins zieren seit einigen Tagen zahlreiche Schaufenster in Tübingen. Mehr als 40 Händlerinnen und Händler haben die Verse zum Auftakt des landesweiten Hölderlin-Jubiläums an ihren Geschäften angebracht. Die Texte wurden passend zum Standort oder Angebot der Geschäfte ausgewählt. „Es ist nichts so klein und wenig, woran man sich nicht begeistern könnte“ – so heißt es beispielsweise am Eingang zu einem Spielwarenladen.

Die Idee stammt von der Stadtmarketing-Abteilung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Tübingen (WIT), die das Projekt finanziert und mit fachlicher Beratung der Leiterin des Hölderlinturms, Dr. Sandra Potsch, umgesetzt hat. „Wir waren überwältigt von der Bereitschaft der Händlerinnen und Händler, sich daran zu beteiligen“, sagt Manuela Feiler, Projektleiterin bei der WIT. „Unser Ziel ist es, dass alle mitbekommen, dass Tübingen in diesem Jahr Hölderlins Geburtstag feiert.“

Nach umfangreicher Sanierung und Neukonzeption feiert Tübingen die Wiedereröffnung des Turms am 15. und 16. Februar 2020. Den Festakt mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der Alten Aula überträgt die Stadt live (15. Februar, ab 11 Uhr) auf Youtube.

Gelegenheit, die Grundlinien der neuen Dauerausstellung im Hölderlinturm kennenzulernen, bietet ein Kuratorengespräch am Sonntag, 16. Februar 2020, um 11 Uhr im Rathaus am Markt. Dagmar Waizenegger, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kunst und Kultur, Professor Dr. Johann Kreuzer, Präsident der Hölderlin-Gesellschaft, und Thomas Schmidt, Kurator der Ausstellung und Leiter der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten (alim) am Deutschen Literaturarchiv in Marbach, stellen im Gespräch die Konzeption der multimedialen Ausstellung vor. Sie macht Hölderlins Umgang mit Sprache und Rhythmus sinnlich erfahrbar und reflektiert die Authentizität des Hölderlinturms als Erinnerungsort. Im Anschluss öffnet der Hölderlinturm erstmals wieder seine Türen und lädt am Sonntag, 16. Februar, von 12.30 bis 17 Uhr zum Besuch der neuen Dauerausstellung ein.

Den Abschluss des Eröffnungswochenendes bildet eine Lesung mit Hölderlins Turmgedichten am Sonntag, 16. Februar 2020, um 19 Uhr im Hölderlinturm. Jene Gedichte, die Hölderlin während seiner Zeit im Turm verfasste, wurden wegen ihrer sprachlichen Schlichtheit lange Zeit verkannt. Der Musiker und Sprecher Christian Reiner hat sie als sprachliche Kunstwerke ernst genommen und verleiht ihnen nun am Ort ihrer Entstehung einen ganz eigenen Sound. Der Eintritt zur Lesung ist frei, das Platzangebot aber begrenzt.

Das Jubiläumsprogramm "Hölderlin 2020" und weitere Informationen zum Hölderlinturm gibt es auf der Website der Stadt Tübingen.