Master des maschinellen Lernens

23.03.2019

"Machine Learning" - Logo des neuen Tübinger Studiengangs. Quelle: Uni Tübingen

Als erste deutsche Universität startet Tübingen zum kommenden Wintersemester ein Masterprogramm zum maschinellen Lernen. Studierende aus aller Welt können in dem vollständig auf Englisch unterrichteten Studiengang „Machine Learning“ in vier Semestern die Grundlagen des Faches erwerben und sich weiter spezialisieren. Tübingen gilt  im Bereich maschinelles Lernen als einer der führenden Standorte und bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich schon früh im Studium an aktueller Forschung zu beteiligen.

Von der Werbung im Internet bis zur personalisierten Medizin: Autonom lernende Maschinen sind bereits in vielen Bereichen  Alltag. Das maschinelle Lernen beschäftigt sich mit Algorithmen, die aus Daten „Erfahrungen“ sammeln und so Muster und Gesetzmäßigkeiten identifizieren. Es ist somit Haupttreiber der aktuellen Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Der forschungsorientierte Studiengang ist eng an die Forschung vor Ort angebunden und bietet Studierenden die Möglichkeit, sich auf konkrete Anwendungsbereiche in der Informatik und Teilbereichen wie Computer Vision, Bioinformatik, Neurowissenschaften, Medizininformatik, Kognitionswissenschaften, Linguistik oder Robotik zu spezialisieren. Zudem können die Absolventen  auch überfachliche Qualifikationen erwerben, etwa durch Vorlesungen in Jura, Philosophie oder Ethik.

Als eine der Sprecherinnen des neuen Exzellenzclusters „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“ hat  die Informatikerin Ulrike von Luxburg gemeinsam mit ihren Kollegen Matthias Hein, Philipp Hennig und Kay Nieselt die Initiative ergriffen, für das boomende Fach das Lehrangebot in Form eines Masterstudiengangs zu bündeln. „Die Universität Tübingen hat sich Forschung mit gesellschaftlicher Verantwortung und Relevanz zur Maxime gemacht. Wir wollen Fachleute ausbilden, die nicht nur die Chancen der neuen Technologien, sondern auch ihre Risiken verstehen, bedenken, und minimieren können“, sagt Philipp Hennig. „Intelligente Maschinen werden die Welt verändern. Diesen Prozess dürfen wir nicht anderen überlassen. Unsere Studierenden sollen den Anspruch haben, ihn selber zum Guten mit zu gestalten.“ Voraussetzung für Studierende sei ein gutes mathematisches Grundlagenwissen, erklärt Kay Nieselt, Studiendekanin im Fachbereich Informatik, wo der Studiengang angesiedelt sein wird. „Es ist nicht wesentlich, ob jemand einen Bachelor in Informatik, Mathematik oder Physik mitbringt. Hauptsache, die Grundlagen sind da: Programmieren, Algorithmen, Datenstrukturen und sehr viel Mathematik.“

Tübingen gehört zu Deutschlands führenden Forschungsstandorten für maschinelles Lernen. Etwa 40 Prozent der deutschen Fachveröffentlichungen in diesem Bereich kommen aus der schwäbischen Universitätsstadt. Die Universität Tübingen ist Teil des Forschungsverbunds Cyber Valley Initiative und Standort des Kompetenzzentrums für maschinelles Lernen, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird.

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