Leichter, effizienter, gesünder

29.05.2018

Textil ist das traditionell das Herzstück der Hochschule Reutlingen. Bildquelle: Hochschule Reutlingen

 

Die Landesregierung fördert den Technologietransfer von Hochschulen in mittelständische Unternehmen. In der aktuellen Vergaberunde sind vier Projekte der Hochschule  Reutlingen dabei. Die Vorhaben reichen von Automotive über den Maschinenbau bis hin zu Medizintechnik und Biotechnologie.

Insgesamt vergibt das Wissenschaftsministerium in den kommenden zwei Jahren rund 6 Millionen Euro an 13 Partnerschaften für Forschung und Entwicklung  in den Zukunftsfeldern „Erneuerbare Energien und Ressourceneffizienz“ sowie „Biotechnologie“ und „Industrie 4.0/Digitalisierung“.  Das Land will damit auf regionaler Ebene die Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stärken, die neue Entwicklungen vorantreiben. An der Hochschule Reutlingen sind folgende Projekte für das Programm vorgesehen

„InBiO“ - Autos leichter bedienen
Die Automobiltechnologie befindet sich im Umbruch. Im Bereich Human Machine Interface macht die zunehmende Interaktion zwischen Fahrzeugen, Nutzern und dem Internet eine immer größere Anzahl von Bedienelementen nötig, wodurch das Fahrzeug am Ende schwerer wird. Im Projekt „InBiO“ will ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen Chemie, Industriedesign, Informatik und Textiltechnologie auf der Basis innovativer textiler Bedienoberflächen leichtere und intuitive Schnittstellen entwickeln, die die Komplexität der Autointerieurkomponenten verringern. Durch grüne Gestaltungsmerkmale soll der umweltbewusste Nutzer nachhaltige Materialien und Produkte leichter identifizieren und gezielt auswählen können. 

„EffiDynA“ - Sparsame Elektromotoren in jedem Lastbereich 
Asynchronmaschinen sind robust und kostengünstig, weisen jedoch im Teillastbereich einen schlechten Wirkungsgrad auf. Neben der baulichen Optimierung wurden zahlreiche Verfahren zur Betriebsführung von Asynchronmaschinen entwickelt, die in einem stationären Arbeitspunkt den größten Wirkungsgrad einstellen. Für den dynamischen Betrieb mit häufigen Last- und Drehzahlwechseln sind solche Verfahren nur wenig erforscht und insbesondere in der Anwendung nicht etabliert. Im Vorhaben „EffiDynA“ sollen energieeffiziente Betriebsstrategien für Asynchronmaschinen entwickelt werden, wie sie etwa bei Krananlagen oder Bau- und Landwirtschaftlichen Maschinen eingesetzt werden. Ziel ist es, die Effizienz und den Wirkungsgrad aber auch die Haltbarkeit von Asynchronmaschinen zu verbessern.

Projekt „OR-Pad“  - Beim Operieren alle Daten im Blick
Das Vorhaben „OR-Pad“ zielt darauf ab, dem Chirurgen alle klinisch relevanten Informationen eines Patienten gesammelt und Bedarfsgerecht direkt am Operationsbereich mittels portablen Geräten wie iPhones, Tablet PCs zur Verfügung zu stellen. Aktuell werden Informationen aus der Krankenakte oder von Bildgebungsverfahren nur auf recht weit vom Operationsgebiet entfernten Monitoren außerhalb der ergonomischen Sichtachse dargestellt oder gar als Papierausdruck mit in den OP genommen. Mit dem geplanten System soll der Operateur vorab relevante Informationen zur Anzeige auswählen, die dann auf einem portablen Anzeigegerät bedarfsgerecht zur jeweiligen Operationssituation angezeigt werden.

„Entdef-Fett“  - Zellkulturen zeigen Zivilisationskrankheiten
Im gemeinsam mit der Hochschule Esslingen konzipierten Vorhaben „EntdefFett“ soll ein entzündliches Fettgewebemodell mit definierten Zellkulturmedien entwickelt werden. Ein solches Modell kann einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung und Behandlung weit verbreiteter Zivilisationserkrankungen wie Adipositas und Diabetes leisten.

Hochschule Reutlingen

Automotive, Technische Textilien,  Maschinenbau, Medizin- und Biotech in Neckar-Alb

Marketing für die Region ist die zentrale Aufgabe der Standortagentur Tübingen – Reutlingen – Zollernalb GmbH. Die Standortagentur will das internationale Profil der Region Neckar-Alb innerhalb der Europäischen Metropolregion Stuttgart stärken und zeigen, wie attraktiv diese Region für Besucher und Investoren ist. Gesellschafter der Standortagentur sind 31 Städte und Gemeinden, die drei Landkreise, der Regionalverband Neckar-Alb, sowie die Handwerkskammer und die Industrie- und Handelskammer Reutlingen.