
Die EU-Richtlinie zu den erneuerbaren Energien fordert bis 2020 einen Anteil regenerativen Quellen an der Stromversorgung von 20%. In der waldreichen Region Neckar-Alb spielen Forstwirtschaft und Holzbearbeitung seit jeher eine große Rolle. Rund 2000 Betriebe – vom Marktführer SchwörerHaus bis zum lokalen Handwerksbetrieb - bilden das Cluster Holz und regenerative Energien in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Zollernalb. Ein innovationsfreundliches Umfeld mit diversen Förderprogrammen sowie die Hochschule Rottenburg als Ideengeber und wissenschaftliche Schaltstelle gehören zu den vielen Wettbewerbsvorteilen der Region im Bereich Holz und regenerative Energien.
Definition und Nutzung erneuerbarer Energien.
Erneuerbare oder regenerative Energien stammen aus Quellen, die entweder kurzfristig nachwachsen – wie Holz - oder bei der Stromgewinnung nicht erschöpft werden, wie Wasser, Sonne oder Wind. Sie stehen im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie Erdöl, Kohle und Erdgas und im Gegensatz zur Kernenergie. Da fossile Energievorkommen begrenzt sind und der Klimaschutz an Bedeutung gewinnt, wird der Ausbau regenerativer Energien seit einiger Zeit verstärkt gefordert und gefördert.
Klein aber fein: Hochschule Rottenburg.
Forstwirtschaft, BioEnergie, Ressourcenmanagement Wasser oder Sustainable Energy Competence – mit ihrem zukunftsweisenden Studienangebot bildet die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Rottenburg die Fachkräfte von morgen aus. Sie gewann – als kleinster Bewerber - den prestigeträchtigen und lukrativen „Bundeswettbewerb für Exzellenzstrategien“. Die Hochschule wurde bereits dreimal in Folge vom deutschen UNESCO-Komitee zum offiziellen Dekadeprojekt für Nachhaltige Bildung gekürt.
Die Natur effizient und nachhaltig nutzen.
Für die künftige Energieversorgung spielen erneuerbare Energien, aber auch effiziente Nutzung und innovative Versorgungsstrukturen von Energie eine immer größere Rolle. Dazu finden sich in der Region Neckar-Alb viele richtungsweisende Beispiele, von denen wir hier einige exemplarisch aufzeigen wollen. Wo kontinuierlicher Wärmebedarf auftritt, ist der Einsatz von Blockheizkraftwerken (BHKWs) sinnvoll. Sie liefern Strom und Wärme, bei Bedarf auch Kälte. Die Hochschule Reutlingen bietet eine unabhängige Prüfung angebotener Geräte in ihrem „Testzentrum für kleine Blockheizkraftwerke“. Hier werden Untersuchungen zur Vergabe des Umweltzeichens „Der Blaue Engel“ durchgeführt.
Mit einem „Blauen Engel“ sowie dem begehrten Design-Preis red dot award ausgezeichnet wurden bereits die Pellet-Öfen „daily.nrg“ der Firma Wodtke aus Hirschau bei Tübingen. Die Luftzuführung der formschönen Heizmöbel ist raumluftunabhängig und damit für Passiv- und Niedrigenergiehäuser geeignet.
Tübingen macht blau.
Hinter dem fröhlichen Motto steckt eine ehrgeizige Klimaschutzkampagne, die im Frühling 2008 vom Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer ausgerufen wurde. Das Ziel: 10% weniger CO2-Ausstoss bis 2010. Mit vielen Aktionen und Tipps unterstützt die Kampagne Unternehmen, Verwaltung und Bürger dabei, den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Blau machen Kunden mit Ökostrom der Stadtwerke Tübingen, blau leuchten die Wärmebilder sanierter Häuser, Solar- und Photovoltaikanlagen machen Dächer „blau“. Dreizehn Tübinger Autohäuser beteiligen sich am eigens entwickelten Tübinger Klimapass. Blau macht auch die Stadtverwaltung: Schulen werden energetisch saniert, die städtischen Bediensteten absolvieren Spritsparkurse und für das Rathaus wurden abschaltbare Steckerleisten und Energiesparlampen angeschafft. Der Dienstwagen von Oberbürgermeister Palmer ist ein sparsamer Smart mit Hybridantrieb.
Aufschwung Forst.
Holz ist eine der ältesten Ressourcen, die sich der Mensch zunutze macht – und gleichzeitig eine mit großer Zukunft: als Baumaterial mit hervorragenden Eigenschaften und als CO2-neutraler Energieträger. Doch auch, wenn ein Rohstoff nachwächst, ist eine hocheffiziente Energieumwandlung durch fortschrittliche Technik nötig. Mit Holz, das überwiegend aus heimischem Wäldern stammt, setzt man in Neckar-Alb auf einen verlässlichen Energieträger, der in Form von Stückholz, Pellets oder Hackschnitzeln zur Energiegewinnung verwendet wird. Neben dem Vorteil der unabhängigen Versorgung stehen regenerative Energien für eine ausgeglichene CO2-Bilanz, sie entlassen also nur soviel CO2 in die Atmosphäre, wie sie ihr vorher zum Wachstum entzogen haben.
Landwirtschaft als Stromerzeuger.
Auf den Feldern in der Region Neckar-Alb werden zunehmend Pflanzen zur Treibstoffgewinnung angebaut. Daneben erlebt Holz aufgrund steigender Heizölpreise eine Renaissance als Brennstoff. Diese so genannten „nachwachsenden Rohstoffe“ sind natürliche Speicher von Sonnenenergie. Auch Unternehmen wie die SchwörerHaus KG setzen auf Energie aus eigenen Holzabfällen: Ein am Sägewerk angeschlossenes Kraftwerk erzeugt Strom und Wärme für den Eigenbedarf und den Verkauf. Daneben schreitet der Ausbau der Sonnenenergie mit Solar- und Photovoltaikanlagen in der Region Neckar-Alb voran.
Wo der Wind weht wird Energie gewonnen.
Die Region Neckar-Alb verfügt gerade auf der Schwäbischen Alb über ein
relativ hohes Windkraftpotenzial, das sich für die nachhaltige Energieversorgung anbietet. Der Regionalverband Neckar-Alb beschloss im Juli 2010, sich dem „Projekt Windkartierung Baden-Württemberg“ des Landes anzuschließen und gezielt nach Standorten für weitere Windkraftanlagen zu forschen. In punkto Windkraft schaut die Region auch über den heimischen Tellerrand hinaus: Der Reutlinger Energieversorger Fair-Energie beteiligt sich seit 2010 an einem Offshore-Windpark der ENBW in der Ostsee.
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Mit einem Wort: Die Menschen hier sind ...?
»... weltoffen..«
Herr Wolfgang Riehle,
Dominohaus Reutlingen, Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg
mail@riehle-partner.de
www.riehle-partner.de

