Lesetipp: "Schwaben-Ehre"
Ein ESB-Dozent wird erschlagen aufgefunden – doch keine Sorge, die Wahrscheinlichkeit, im Gebäude 5 demnächst über Leichen zu stolpern ist eher gering. Ist der Verblichene doch rein fiktiv. Markus Schmiedle, Dozent an der ESB Business School und Personalleiter eines mittelständischen Unternehmens in Esslingen ist der Feder des schwäbischen Krimiautors Klaus Wanninger entsprungen. Und wurde auch nicht auf dem idyllischen Campus um die Ecke gebracht, sondern in der Stuttgarter Liederhalle.
Dort findet nämlich ein internationaler Management-Kongress statt, bei dem Schmiedle als Referent auftreten soll. Und nicht als irgendein Referent, sondern als Star der Veranstaltung, hat er doch ein bahnbrechendes neues Entlohnungsmodell entwickelt, das Tausende von Arbeitsplätzen retten könnte. Ganz am Puls der Zeit und mitten in der Wirtschaftskrise hat Wanninger also seine Handlung angesiedelt. Die Ideen des Mordopfers sind jedoch so revolutionär, dass er sich damit viele Feinde in Industrie und Politik gemacht hat. Haben sie dafür gesorgt, dass Schmiedle nun seine Ideen der versammelten Managementelite nicht mehr vorstellen kann? Neben seinen aufregenden Forschungen hatte das Opfer jedoch auch ein aufregendes Privatleben und verfügt über eine ganze Sammlung abgelegter Freundinnen, von denen mehr als eine geschworen hat, sich an dem Herzensbrecher zu rächen. Wer war's also?
Der Stuttgarter Hauptkommissar Braig, bereits Protagonist in 11 früheren Wanninger-Krimis, ermittelt und sucht mit mehr oder weniger scharfer Spürnase dem Täter – oder den Tätern - auf die Spur zu kommen. Dabei führen ihn seine Ermittlungen kreuz und quer durch die Region – nach Stuttgart, Esslingen, zum Kloster Lorch und zum Schloss Lichtenstein und eben auch an die Hochschule Reutlingen, wo er einen weiteren fiktiven Wirtschaftsprofessor namens Maurer, einen Kollegen des Ermordeten, verhört.
Schwäbisches Harvardle, gelebte Internationalität, eine der renommiertesten betriebswirtschaftlichen Ausbildungsstätten Deutschlands – der Autor hat die Werbebroschüren der Business School offensichtlich aufmerksam gelesen. Und verkauft die Schlagworte augenzwinkernd als Teil der „scheinbar nicht endenwollenden Aufzählung“ des von seiner Fakultät offensichtlich hoch begeisterten Professors. Neben der schönen Lage des Campus mit „prächtiger Rundumsicht“ beeindruckt den Kommissar auch das „Flair vorurteilsloser Weltläufigkeit“, bestätigt durch die Präsenz von jungen Frauen und Männern verschiedenster Nationalitäten auf dem Campus – der Autor, der auf Anregung des realen ESB-Dekans Prof. Dr. Ottmar Schneck der Hochschule einen Besuch abstattete, scheint sich ein durchaus der Realität nahes Bild gemacht zu haben.
Das Buch wird sicher dazu beitragen, dass der Name „ESB Business School“ sich nun auch bei Krimifans einprägen wird. In diesem Sinne ist die ESB Business School wieder einmal ein Vorreiter – nicht nur durch (fiktive oder reale) Forschungsinnovationen ihrer Dozenten – sondern auch im Bereich „virales Marketing“.
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Herr Patric Paris,
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